All that Jazz

All that Jazz

Bald begrüßen wir das Jahr 2021. Und wir wünschen uns, dass die kommenden „Zwanziger“ hoffentlich genauso golden werden wie die vor 100 Jahren! Denn irgendwie wohnt dieser Epoche noch immer ein besonderer Zauber inne, finden wir. Silbern schimmernde Fransenkleider, Nadelstreifenanzüge, Champagnerpyramiden, Zigarettenspitzen, Straß, Federn, Pailletten und Perlen… und natürlich Jazz!

Zu keiner anderen Musik wurde zu Beginn der Zwanzigerjahre des letzten Jahrhunderts so ausgelassen und unbeschwert getanzt. Berlin entwickelte sich schnell zur Jazz-Hauptstadt Europas. Die Stadt beheimatete damals eine Vielzahl von legendären Varieté-Theatern und Tanzlokalen.  Noch immer kann man einiges von ihnen sehen und noch viel mehr hören!

Die Zwanzigerjahre

Was genau, erfährt man bei unserer lialo Tour Jazz am Ku’damm – die 20er Jahre. Die Tour führt zu insgesamt zehn Veranstaltungsorten, die damals maßgeblich an der Entstehung des ganz eigenen Berliner Sounds, der sog. Berliner Melange, beteiligt waren.

Aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation empfehlen wir Euch, die Tour nicht vor Ort zu spielen. Macht es euch lieber mit eurem Handy auf dem Sofa bequem und erlebt die faszinierende Jazz-Historie Berlins einfach zuhause. Die Tour ist mit mehr als zwei Dutzend Fotos wunderbar bebildert und beinhaltet jede Menge weiterführende Links, unter anderem zu Videos und Hörproben. Wenn ihr also Lust auf ein bisschen Jazz-Feeling habt, dann klickt los!

Die Dreißiger- und Vierzigerjahre

Auf den Geschmack gekommen? Dann empfehlen wir auch die Anschlusstour Jazz am Ku’damm – die 30er und 40er Jahre. Diese lialo Tour widmet sich der Entwicklung des Swing vor dem bedrohlichen Hintergrund des Nationalsozialismus. Fast die gesamte Unterhaltungsbranche der Zwanzigerjahre lag nämlich in jüdischen Händen. Der Jazz wurde deswegen nach seinen unbeschwerten Anfängen schnell zum gefährlichen Spielball. Viele Protagonisten wurden an den Rand gedrängt, machten aber trotzdem weiter. Auf der anderen Seite wurden einige Künstler von den Nazis gebilligt oder gar neue Swing-Formationen von ihnen ins Leben gerufen. Doch auch diese verließen schnell die ihnen gesetzten Grenzen und spielten nach Ansicht der Nazis zu heiße, entartete Musik. Die Tour zeigt insgesamt acht Spielstätten dieser Zeit.

Nach dem Krieg musste sich der Jazz gegen den Schlager behaupten. Das brauchte Zeit und eine neue Generation. Heute ist Berlin erneut Jazz-Metropole Europas und wird hoffentlich schon bald auch Heimat des House of Jazz sein.


Foto: Bundesarchiv, Bild 183-K0623-0502-001 / CC-BY-SA 3.0, Bundesarchiv Bild 183-K0623-0502-001, Berlin, Tanztee im „Esplanade“CC BY-SA 3.0 DE