Kleinmarkthalle Frankfurt

Kleinmarkthalle Frankfurt: Das pulsierende Herz zwischen Römer und Zeil

Über den Wochenmarkt zu schlendern hat seinen ganz eigenen Charme, aber oft sind solche Märkte im Freien und deshalb bei schlechtem Wetter nicht unbedingt der größte Spaß. Anders, die überdachte Kleinmarkthalle in Frankfurt. In dem Gebäude aus den 1950ern Jahren befindet sich viel mehr als ein nur ein überdachter Wochenmarkt. Hinter der Fassade steckt ein großes Stück Frankfurter Geschichte.

Frisch, Frischer, Wochenmarkt!

Schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand das Gebiet, das später zur Kleinmarkthalle werden sollte. Wie an vielen anderen Orten, wurden die frischen Waren von den Bauern der Umgebung in die Stadt gebracht und auf öffentlichen Marktplätzen verkauft. In der Altstadt Frankfurts erinnern traditionelle Straßennamen und Plätze noch immer daran. Doch die Anforderungen nach strengeren Hygieneregeln stiegen mit der Zeit und 1871 beschloss der Magistrat die Errichtung einer städtischen Markthalle auf dem Gelände zwischen Fahr- und Hasengasse.

Die Markthalle wurde 1877 bis 1879 im Stil der Neurenaissance erbaut. Das Gebäude war eine verglaste Eisenkonstruktion, die mit insgesamt 468 Ständen in der Halle und der umlaufenden Galerie jede Menge Platz für Händler und Besucher ließ. Nach der Eröffnung erfreute sich die Kleinmarkthalle rasch großer Beliebtheit unter den Frankfurtern und der Dichter Friedrich Stoltze schrieb:

Gemieß, Kardoffel und was noch all, des kriecht mer hier in dere Hall. Und owwe uff der Galerie, da möpselts nach Fromaasch de Brie.

Friedrich Stoltze

Im März 1944 wurde die Markthalle durch einen Bombenangriff zerstört.

Wiederaufbau – Bevölkerung kämpft um ihre Kleinmarkthalle

Zehn Jahre später wurde die Markthalle mühsam und mit viel Anteilnahme der Frankfurter Bevölkerung wieder aufgebaut. Mittlerweile ist das Gebäude denkmalgeschützt. Seit 2005 versucht die Stadt Frankfurt den renovierungsbedürftigen Bau zu sanieren. Die Bevölkerung sorgt sich um den Charme der Kleinmarkthalle und die Händler kämpfen gegen eine Privatisierung der Institution. Deshalb sind die Renovierungspläne, auch 15 Jahre später, noch nicht vollzogen.

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